JOUR DU NORD

Mit Performances von Linda Franke, Alan Twitchell und Felix Leon Westner

12.07.2014

 

Linda Franke (Köln)

POV, Performance

Linda Frankes Installationen, Videos und Performances sind Versuchsanordnungen, welche sich mit der Subjektivität und Anarchie des Individuums im Widerspruch mit seinen inneren und äußeren Grenzen beschäftigen. Dabei spielt die Ökonomie des Körpers mit seinen sich wiederholenden Kreisläufen eine ebensolche Rolle, wie die Einbettung oder Loslösung von geographischen oder sozialen Kontexten. Wie beeinflussen diese realen Regelwerke die Grenzen des Imaginären? Was können wir uns vorstellen und zu welchen realen Aktionen befähigt uns das? Wann endet Dokumentation und beginnt Fiktion? Was ist konstruiert und wie konstruieren wir innerhalb dieser Konstruktion?

Die für die Simultanhalle entwickelte Performance beschäftigt sich mit der Gleichzeitigkeit von verschiedenen Perspektiven auf einen Raum bzw. auf eine Situation. Durch die intime Perspektive, durch die Augen des Protagonisten kann der Zuschauer die Architektur und Bewegung durch einen anderen Körper wahrnehmen. Text und Tonfragmente binden das fragile Gebilde der Performance momentweise zu einer fiktiven Narration bevor alles wieder auseinanderfällt und neu zusammen gesetzt werden kann.

 

Alan Twitchell (Frankfurt)

The Making of Alice B. Toklas, A Lecture Performance on Gertrude Stein, Collectorism, Heteronormativity, Machismo and California as a Gesture (in englicher Sprache)

Alan Twitchell, geboren 1979 in Mellrichstadt studierte vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaften in Giessen. Seit dem Studium arbeitet er als Dramaturg, Performer und Regisseur in Deutschland und der Schweiz und gründete 2009 in Basel das Clübli Déséteurs. Es sind vor allen peformative Interventionen im öffentlichem Raum, die ihn interessieren; die Elastizität zwischen Theater und bildende Kunst, die Wechselbeziehung von Gedächtnis und Projektion.

In der Lecture Performance werden wir besonders mit der Autobiography of Alice B. Toklas aber auch mit The Making of Americans großen Rätseln begegnen. Wie kann eine lesbische, jüdische, an der Kunst der Avantgarde interessierte Frau die Color Line in den USA verteidigen, mit dem Vichy-Regime kollaborieren und Hitler für den Friedensnobelpreis vorschlagen?

 

Felix Leon Westner (München)

Enter the light (all the dirt makes it even more real), Performance

Felix Leon Westner ist 1983 in Georgsmarienhütte geboren und absolvierte 2014 sein Diplom als Meisterschüler bei Olaf Nicolai an der Akademie der Bildenden Künste in München. Es sind prägnante Worte oder Satzfragmente, entnommen aus Populär-Kultur, Werbung und Musik, die Felix Leon Westner sammelt und sich aneignet, um daraus den Stoff für die weitere Verarbeitung zu spinnen. Dieses Material, die Alltags-Impulse, werden in F.L.W.´s Spokenword-/Soundperformances in eine spezifische künstlerische Kosmologie integriert, die strukturell, durch Wiederholung und Loops die Praxis von Riten sowie spirituelle Handlungen als eine anthropologische Narration zu aktualisieren sucht.

 

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