ARMIN KRÄMER

Darf ich bitten

30.04. – 28.05.2006

Vernissage: 29.04.2006, 19:00 Uhr
mit Postman (live) DJ and I, Astral Taxi


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Armin Krämer schafft in seiner ersten Einzelausstellung „DARF ICH BITTEN“ in der SIMULTANHALLE einen Körper, der sich aus Malerei, Zeichnungen und Installationen zusammen fügt.

Die von ihm verwendeten Mittel und Materialien schöpfen aus dem Fundus der Clubkultur der 90er Jahre als Wurmfortsatz des POP der 60er und 70er , aus dem Surrealismus und dem Konstruktivismus, ohne Versicherungen sich anlehnend, ohne zu zitieren.

Er legt seine Malerei in Schichten an. Zeichnungen sind Momente, die in frühen Arbeiten zwischen 1995 und 1999 oft auf die Leinwand aufgezogen wurden. Mit der Anordnung der Zeichnungen und Fotos entsteht ein Grund über die Strukturen gebettet werden. Jede Schicht bezieht die kompositorische Struktur der unter ihr liegenden Schichten ein. Armin Krämer kreist mit jeder neuen Schicht um die endgültige Form. Für ihn steht die Struktur der Malerei als Parabel für die Struktur der Gesellschaft im Mittelpunkt.

Oma Leibbrand sagt: „Wer jung ist und nicht aufsteht und rausgeht, der schnappt über.“

Die Bilder greifen nostalgisch zurück, sind nicht modern. Das Thema ist nicht zeitgenössisch, die Vorlagen sind es. Die Struktur wird so im Laufe der Entstehung des Werks selbstbestimmt und ist Produkt der Zeit ihrer Entstehung. Sie emanzipiert sich von den zugrunde liegenden Fotos und Zeichnungen. Eine innere Landschaft erstreckt sich in die uns vertraute Realität.

Primärfarben prägen die Palette von Armin Krämer. Die direkte Farbigkeit unterstreicht die klaren Abgrenzungen in der Bildkomposition. Diese klare Positionierung wirkt wie der Augenblick vor der Bewegung. Die Entscheidung ist vielleicht schon gefallen. Man hat das Gefühl Teil eines flüchtigen und doch womöglich lang andauernden Moments zu sein, ein Zeuge des Wartens. Dies verstärkt sich durch die in jeder Ebene wieder aufgegriffenen Grundentscheidungen, welche die darauf folgenden Ebenen gestalten: Das Gleiche betrachtet durch verschiedene Filter. Er nutzt diese Filter um Ansichtsweisen der Gesellschaft abzubilden, Werte symbolisch zu fassen.

Die Bildwelten von Armin Krämer sind mit Glauben verbunden. Glauben, dass das Warten, die Wiederholung lohnt. Glaube der für ihn nicht von einer Organisation abhängt, sondern Werte vertritt. Er strebt nach einer Annäherung an eine eigene Realität, die sich im Gegenüber wieder findet. Er fordert auf, sich zu bewegen und hat dabei den Abstand zum anderen im Blick. Das Bild hat seinen eigenen Ort. Das Werk von Armin Krämer ist lebendig, am Leben interessiert, besonders am Zusammenleben. Aus seinen Werken spricht ein tiefer Respekt gegenüber den Grundwerten des Menschen. Er schafft, nicht um sie durchzusetzen oder einzufordern, sondern um an sie zu erinnern und daran, dass der eigene Wille nicht weiter trägt, als bis zum Nächsten - bis zu dem, der sein Gegenüber sieht.


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