SVENJA KREH

ChipOneExchange at Mansarovar

18.05. – 14.06.2008

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Die ganze Schöpfung ist Sprache und nichts als Sprache, die wir aus irgendwelchen unerklärlichen Gründen in der äußeren Erscheinungsform nicht entziffern und im Innern nicht hören können. (Philip K. Dick, Tractatis cryptica scriptura)

Wer Svenja Krehs Bildern gegenübertritt, findet sich unversehens in einem chaotisch anmutenden Zeichensystem wieder. In einem Netz aus ständig wechselnden Decknamen und Symbolen, in dem jedes immer scheinbar alles andere bedeuten kann. Nichts behält die Form. Alles ist ineinander verwoben, befindet sich in Wandlung und stetigem Zerfall. Ihre Arbeiten, überformatige dunkle Tuschezeichnungen und -malereien auf Papier, sind bedeckt mit Ansammlungen von Zeichen und Zeichnungen, die kompositorisch durch Linien, Strukturen und Textfragmente miteinander verbunden sind.

In der Simultanhalle zeigt sie erstmalig einen zusammenhängenden Zyklus, bestehend aus Arbeiten der letzten sechs Jahre, die allesamt um die Themen „Maschinenmensch“ und „Flüssigkeiten“ kreisen. Angelehnt an die ecriture automatique sieht sie sich selbst als Katalysator alchemistischer Prozesse, als Schnittstelle zwischen der endlosen Welt der Zeichen und ihrer eigenen Bildwelten. Der symbolischen Reinigung in dem tibetischen See Mansarovar vergleichbar, bietet der künstlerische Akt die Möglichkeit umfassender Transformation.

Eingebettet in einer düsteren Installation, die neben den Bildern aus kultisch beladenen Gerätschaften wie Opfergefäß und Gebetsteppich besteht, löst sich das einzelne Bild zugunsten eines prozessualen Gesamtkunstwerks auf. Die benjaminische Aura wird transferiert in einen Raum der begrifflich geprägten aber unbegreiflichen Transzendenz. Unterstützt durch ihre abgeschiedene Lage wird die Simultanhalle so zu einem Ort der Kontemplation, zu einer Alchemistenküche, in der alles möglich scheint: Vielleicht auch die komplette Neuprogrammierung des mentalen Motherboards: Der Neuanfang durch Austausch des ChipOne am Mansarovar.

Anlässlich der Ausstellung erscheint bei ColumbusBooks "Schrecken der Hohlwelt".
Herausgegeben von Tom Lingnau und Avatar Magazin.

 

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